"In einem Schlosspark kann es keine Durchgangsstraße geben", davon ist die SPD-Fraktion im Rödentaler Stadtrat überzeugt und so bringt es der zweite Bürgermeister und SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Lesch auf den Punkt. Aktuell ist es noch anders: Mit erlaubten 30 Km/h (zumindest in der Theorie) ist die Durchfahrt in beide Richtungen außerhalb von Sonn- und Feiertagen erlaubt. In der Diskussion des Stadtrats ist nun das Teilstück zwischen zwei Schranken, die sich auf Höhe der Abzweigung zur Reitanlage einerseits und dem Spielplatz vor Unterwohlsbach andererseits befindet.
Der Hintergrund: Der Schlosspark Rosenau gehört zur Schlösserverwaltung. Das in Rede stehende Teilstück ist kommunale Straße der Stadt Rödental samt den begleitenden Bäumen. Die Schlösserverwaltung, die die Bäume der Stadt Rödental kostenlos mit pflegt, möchte das Teilstück übernehmen und die Durchfahrt generell sperren. Das hatte Alt-Bürgermeister Gerhard Press wohl auch zugesagt, wenn denn die Umgehung Rödental fertig gestellt sein sollte. Das ist seit mehr als 10 Jahren der Fall.
Der Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung dieser Amtsperiode kontrovers darüber diskutiert, wie denn mit dem Wunsch der Schlösserverwaltung umgegangen werden soll: Die Durchfahrt dauerhaft sperren, die Abgabe des Teilstücks an die Schlösserverwaltung (die die Durchfahrt womöglich sprerren würde) oder alles so lassen, wie es ist. Eine endgültige Entscheidung traf der Stadtrat in der Sitzung nicht, sondern vereinbarte, nach einer probeweise durchgeführten vierwöchigen Sperrung final zu entscheiden.
Eine permanente Sperrung stoße wohl auf den Protest vieler Unterwohlsbacher:innen, die die Rosenau als Abkürzung Richtung Coburg nehmen. Die Straße nutzen aber auch viele ortsfremde Pendler:innen.
Womöglich wird die Stadt Rödental nicht umhin kommen, der Zusage von Gerhard Press (so wird er zumindest in der NP vom 15.04.26 zitiert) zu folgen und das Teilstück an die Schlösserverwaltung abzugeben, nämlich dann, wenn Rödental die Baumpflege dort selbst übernehmen und bezahlen müsste. Das wären jährliche Kosten von etwa 30.000 Euro.